Oberflächenbeschichter/in EFZ

Manche Leute stellen sich unter dem Beruf des Oberflächenbeschichters einen Maler oder Bodenleger vor. In Wirklichkeit aber veredeln wir Gegenstände mit unterschiedlich dünnen Metallschichten. Dies kann einen technischen Nutzen haben, wird aber auch genauso im dekorativen Bereich genutzt. Was viele nicht wissen, ist, dass unser Beruf hinter unzähligen Alltagsgegenständen steckt, ohne diese wir gar nicht mehr zurechtkommen würden. Zum Beispiel steckt in jedem Handy, in jedem Fernseher, in jedem Kühlschrank – eigentlich in jedem elektronischen Gerät – ein oder mehrere Teile, die eine Oberflächenbeschichterin veredelt hat. Bei unserer Arbeit tauchen wir die Werkstücke nicht etwa in geschmolzenes Gold oder Silber, sondern hängen sie in speziell zusammengesetzte Bäder, in denen wir mit Hilfe von Strom das chemisch gelöste Metall aus den Elektrolyten auf unser Teil abscheiden. Eine solch anspruchsvolle Ausbildung für Körper und Geist in einfache Worte zu fassen ist wohl genauso unmöglich wie der Versuch, die Tätigkeit eines jeden Oberflächenbeschichters als „gleich“ anzusehen. Unser Beruf, der auf Chemie, Mathematik, Technologie und Physik basiert, ist um Längen vielseitige als man annehmen würde. Natürlich verwendet ein jeder von uns das stetig neu gewonnene Schulwissen um unsere Arbeit – das chemische und elektrolytische Abscheiden von Metall – auf die eine oder andere Art auszuüben und zu verbessern. Obwohl in einer Uhrenfabrik das dekorative Beschichten von Kleinstteilen auf demselben Wissen basiert wie das einer Grossgalvanik, die hauptsächlich zum Schutz des Grundwerkstoffs galvanisiert, könnte man doch meinen, es seien verschiedene Berufe.
Unsere Arbeit sowie die schulische Ausbildung ist streng und sehr anspruchsvoll, doch wer sich dafür entscheidet diesen Weg zu gehen, wird es bestimmt nicht bereuen. Doch wie bei jeder Ausbildung gilt es, mit Herz und Seele voll dahinter zu stehen, denn ansonsten könnte die physische und psychische Belastung während der Ausbildung schnell zu viel werden.
Jennifer G., 2. Lehrjahr